Stress: Lernen, mit den Belastungen umzugehen

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren waren schon immer besonderen Belastungen ausgesetzt. In ihrem Ehrenamt helfen Sie in Gefahrensituationen unter Zeitdruck und gehen dabei – z. B. unter Atemschutz – an ihre Leistungsgrenzen. Die Einsätze sind Herausforderungen die gemeistert werden, aber manchmal nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastend sind. 

Diese Belastungen gehören zum Dienst dazu. Auf diese Herausforderungen bereitet die Ausbildung vor, man wächst daran, wird vom Einsatzleiter an immer schwierigere Aufgaben herangeführt. In den Fortbildungen werden Handgriffe und Handlungen eingeübt. Die Ausbilder wissen durch ihre Einsatzerfahrung, welche Situationen entstehen können und üben mit ihren Kameraden, bis alles möglichst gut beherrscht wird. Fitnesstraining hilft zur Vorbereitung auf die körperlichen Anstrengungen. Die vorgeschriebene regelmäßige medizinische Untersuchung soll bisher unentdeckte körperliche Erkrankungen aufdecken, um eine gesundheitliche Gefährdung zu verhindern.

Was tun nach einem solchen Einsatz? „Du musst Abstand finden, lenk dich ab“ sagen manche. 
Das ist sicher richtig. Wenn man erschöpft ist, muss man sich erholen. Ein Spaziergang im Wald, ein erholsames Bad oder mal richtig auspowern beim Fußballspiel – jeder hat seine eigene Methode wieder runter zu kommen. „Geh nochmal alles in Gedanken durch, du musst das doch verarbeiten!“ sagen andere. Auch das stimmt. Mit Abstand in Ruhe noch einmal den Einsatz durchgehen, hilft bei der Verarbeitung. Selbst wenn es im Einsatz zu Missverständnissen oder auch Fehlern gekommen ist. Nur wenn wir die Fehler erkennen, können wir sie beim nächsten Mal vielleicht vermeiden und es besser machen. 

Es geht darum mit den Belastungen angemessen umzugehen, die Balance zu finden, das seelische Gleichgewicht zurück zu gewinnen.

Jeder Einzelne von Euch trägt Verantwortung für sich!

Wenn gerade kein Einsatz ist:

  • Ausgeglichene Freizeitgestaltung
  • Sport und Fitness
  • ausgewogene Ernährung
  • Hobby
  • Weiterentwicklung individueller Kompetenzen
  • Umgang mit Stress

Wenn der Einsatz gerade läuft:

  • Eigenschutz
  • Eigenes Wissen aus Übungen und Theorie anwenden
  • Teamarbeit
  • sachliche Betrachtungsweise anstreben
  • sich selbst positiv instruieren

Nach dem Einsatz

  • Gelernte persönliche Bewältigungsstrategien anwenden (durch Präventionsmaßnahmen unseres ENT-Teams)
  • Gemeinsame kameradschaftliche Gespräche
  • Entspannungstechniken, die helfen, den Stress abzubauen bzw. zu mindern
  • Hobbys
  • Unterstützung durch das eigene private soziale Umfeld suchen

Wir stehen an Eurer Seite!

Die speziell ausgebildeten psychosozialen Fachkräfte – ein Arzt, eine Psychologin und ein Seelsorger – und erfahrene Einsatzkräfte, die ebenfalls in der Einsatznachsorge ausgebildet sind, reden mit den Einsatzkräften über das Erlebte und wie die Belastungen verarbeitet werden. Ziel ist es, die Verarbeitung zu unterstützen und Gesundheit und Motivation der Einsatzkräfte zu erhalten.

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Der Landesfeuerwehrverband Sachsen e. V. hat daher ein Einsatznachsorgeteam aufgebaut, um den betroffenen Kameradinnen und Kameraden eine einsatzbezogene Nachbetreuung zu ermöglichen. Ziel ist es im Rahmen von zeitnahen Einsatznachsorgegesprächen Posttraumatische Belastungsstörungen zu vermeiden, bzw. sie frühzeitig zu erkennen, um entsprechende Folgemaßnahmen gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden einzuleiten.

Das Einsatznachsorgeteam ist direkt an den Landesfeuerwehrverband Sachsen e. V. angegliedert, um eine effektive Steuerung der Maßnahmen zu gewährleisten.

Das Einsatznachsorgeteam setzt sich aus professionellen und nichtprofessionellen Mitgliedern zusammen. Zu den professionellen Mitgliedern zählen Psychosoziale Fachkräfte, zu den nicht professionellen Mitgliedern gehören die Kameradinnen und Kameraden aus den sächsischen Feuerwehren. Ein Einsatzteam wird aus einer Psychosozialen Fachkraft und zwei Kameradinnen oder Kameraden, den sogenannten Peers, bestehen. Die Anwesenheit von Feuerwehrangehörigen die selbst aktiven Alarmdienst leisten ist besonders wichtig, da so das Verständnis für die Situation erhöht wird und die Kommunikation zwischen den betroffenen Einsatzkräften und der Psychosozialen Fachkraft ein Bindeglied erhält. Kameraden können mit Kameraden sprechen und auch die Psychosoziale Fachkräfte erfährt dadurch bei Feuerwehr bezogenen Fachfragen Unterstützung.

Kontakt zum Einsatznachsorge-Team (keine Anforderung des ENT Sachsen):
Handy: 0152 58455443
E-Mail: ent@lfv-sachsen.de

ANFORDERUNG DES ENT Sachsen über die Integrierte Regionalleitstelle Dresden

Telefonnummer: 0351 – 50121 – 4110 – Gespräch wird aufgezeichnet



Stand 30.01.2020

Inhalt:
Landesfeuerwehrarzt Dr. med. Urs Lotterhos, 
Dr. med. Ralph Kipke, Leiter des Einsatznachsorgeteams der Feuerwehr Dresden
Rettungssanitäter Thomas Kreher – Einsatznachsorge (CISM/SbE) & Krisenintervention

Bildrechte: Thomas Kreher, (Grafik Copyright by Thomas Kreher) sowie Übersichtskarte ENT zur Verwendung auf lfv-sachsen.de freigegeben

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